10. Hausaufgabe (11.1.2011) (mit Lösung)

Was der Überlieferung zufolge als erster Gorgias aus Leontinoi gemacht hat, der etwas Großes zu unternehmen und zu verheißen [profiteri] schien, als er ankündigte, er sei bereit zu allem, worüber jeder beliebige etwas hören wolle, das machen sie auch heute noch, so dass es keine Sache gibt, weder eine so große noch eine so unvorhergesehene noch eine so neuartige, über die sie nicht alles, was gesagt werden kann, zu sagen verheißen. Wenn ich dächte, dass du, Cotta, oder du, Sulpicius, über diese Dinge etwas hören willst, hätte ich irgendeinen Griechen hierher gebracht, der uns mit einer solchen Art von Erörterungen erfreuen würde. Das ist nicht einmal heutzutage schwer zu machen. Es gibt nämlich bei M. Piso einen jungen Mann, der sich dieser Beschäftigung widmet, ein Mann von höchster Begabung, und der uns leidenschaftlich ergeben [jdm. leidenschaftlich ergeben sein: hier cupidum esse alicuius] ist, der Peripatetiker Staseas, ein Mann, der mit mir befreundet ist und, wie meinem Eindruck nach unter kundigen Menschen feststeht, der angesehenste unter allen seiner Art.

 

 

Lösung:

 

Quod primum ferunt Leontinum fecisse Gorgiam, qui permagnum quiddam suscipere ac profiteri uidebatur, cum se ad omnia, de quibus quiuis audire vellet, esse paratum denuntiaret; id hodieque faciunt, ut nulla sit res neque tanta neque tam improuisa neque tam noua, de qua se non omnia, quae dici possint, profiteantur esse dicturos.
Quod si te, Cotta, arbitrarer aut te, Sulpici, de eis rebus audire uelle, adduxissem huc Graecum aliquem, qui nos istius modi disputationibus delectaret; quod ne nunc quidem difficile factu est: est enim apud M. Pisonem adulescens huic studio deditus, summo homo ingenio nostrique cupidus, Peripateticus Staseas, homo nobis familiaris et, ut inter homines peritos constare uideo, in illo suo genere omnium princeps.