Erläuterungen

Euripides, Alkestis (Griechische Dichtung I) (Modul GrD1)

 

Euripides’ Alkestis ist in mehrerer Hinsicht eine außergewöhnliche Tragödie: Nicht nur ist sie das früheste überlieferte Stück des Euripides – sie wurde 438 v. Chr. aufgeführt –, sondern sie hat auch einen gänzlich ‚untragischen‘ Handlungsverlauf. Dies ist letztlich aber kaum überraschend, vertritt sie doch – unter den erhaltenen Stücken exzeptionell – im ursprünglichen Aufführungskontext das eigentlich als letztes Stück einer Tetralogie vorgesehene Satyrspiel.

 

In der Veranstaltung wollen wir diese Tragödie (teils kursorisch) lesen, wobei ein Hauptaugenmerk – in Ergänzung zur Vorlesung „Griechische Chorlyrik“ – auf den lyrischen Partien liegen soll. Die Lektüreübung dient also zugleich als Einführung in die griechische Chorlyrik.

 

Herzlich willkommen sind alle interessierten Studierenden, insbesondere Studierende mit fortgeschrittenen Griechischkenntnissen, aber noch ohne Graecum. Für Fragen stehe ich (nicht nur) in diesem Fall selbstverständlich gerne zur Verfügung (am einfachsten per E-mail). Ansonsten besprechen wir alles weitere in der ersten Sitzung. Informieren Sie sich bitte bis dahin schon einmal über Euripides und die griechische Tragödie (z. B. im Neuen Pauly oder in den unten genannten Einführungen).


Text: J. Diggle (Hrsg.): Euripides, Fabulae, Bd. 1, Oxford 1984 (OCT).

 

Kommentar: L. P. E. Parker: Euripides Alcestis, Oxford 2007.

 

Einführungen: B. Zimmermann: Die griechische Tragödie, 2. Aufl., Düsseldorf – Zürich 1992; M. Hose: Euripides. Der Dichter der Leidenschaften, München 2008; B. Seidensticker: Das antike Theater, München 2010.

 

 

Griechisches Proseminar: Bakchylides (Module GrD2, KultAnt1, laph-GR)

 

Bis weit in die Neuzeit war vom großen griechischen Dichter Bakchylides (5.Jh. v.Chr.) kaum mehr als ein Name überliefert. Dies änderte sich schlagartig am Ende des 19. Jahrhunderts, als uns ein umfangreicher Papyrusfund die (teils umfangreichen) Fragmente von mehr als zwei Dutzend Liedern zurückgab.

 

Im Proseminar wollen wir uns speziell mit Bakchylides’ Epinikien (Preisliedern für Sieger bei den antiken Sportfesten) beschäftigen und sie auf der Grundlage intensiver eigener Lektüre im Rahmen ihres Entstehungskontextes umfassend interpretieren. Dies wird uns mit einer wichtigen Gattung griechischer Lyrik bekanntmachen und zentrale Einblicke in eine Epoche erlauben, aus der nur wenig Schriftliches überliefert ist: die frühe Klassik.

 

Lesen Sie zur ersten Sitzung bitte die Einleitung zum Kommentar von McDevitt (2009). Falls Sie Fragen haben, schreiben Sie mir bitte eine E-mail. Ansonsten werden wir alles weitere in der ersten Sitzung besprechen, insbesondere unseren Arbeitsplan für das Semester. Gäste sind im übrigen wie immer herzlich willkommen!

 

Text: H. Maehler (Hrsg.): Bacchylides, carmina cum fragmentis, München und Leipzig 2003.

 

Kommentare: H. Maehler: Die Lieder des Bakchylides, Leiden 1982–1997 (Mnemosyne Suppl. 62 und 167); ders.: Bacchylides. A Selection, Cambridge 2004; A. S. McDevitt: Bacchylides. The Victory Poems, London 2009.