Erläuterungen

Griechisches Proseminar: Plutarch, Alexander und Caesar

Plutarch (ca. 45–120 n. Chr.) ist vor allem für seine Parallelviten bekannt, die jeweils mit dem Ziel eines (expliziten wie impliziten) Vergleichs das Leben eines Griechen und Römers behandeln. Diese Viten sind nicht nur ein wichtiges zeitgeschichtliches Zeugnis, sondern sie sind auch für die moderne Geschichtsschreibung von äußerst hohem Quellenwert. Dies gilt vor allem für die Viten von Alexander dem Großen und Caesar, mit denen wir uns in diesem Seminar aus philologischer (insbesondere literaturwissenschaftlicher), kulturwissenschaftlicher und historischer Perspektive beschäftigen wollen. Gäste sind selbstverständlich willkommen!


Text: K. Ziegler, H. Gärtner (Hrsg.): Plutarchi vitae parallelae. Vol. II, fasc 2. Stuttgart – Leipzig 1994 (BT).

 

Kolloquium zur antiken Mathematik / Griechisches Proseminar: Autolykos von Pitane

Die zwei Schriften „Über die sich bewegende Kugel“ und „Über die Auf- und Untergänge der Sterne“ des Autolykos von Pitane aus dem späten 4. Jh. v. Chr. sind die frühesten vollständig erhaltenen fachwissenschaftlichen Texte der (griechischen) Mathematik. Sie behandeln die Geometrie der Kugel und ihre Anwendung auf die Astronomie, legen also insbesondere die Grundlage dafür, die Bewegung der Fixsterne mathematisch beschreiben zu können. Interessant sind diese Texte aber auch deshalb, weil sie einen Einblick in Inhalt und Methodik der (ansonsten dunklen) Mathematik vor Euklid sowie in die mathematische Astronomie der Griechen erlauben. Sie sind damit wissenschaftsgeschichtlich von unschätzbar hohem Wert.


In der Veranstaltung wollen wir uns diesen beiden Texten lesend nähern und ausgewählte inhaltliche Fragen nach Interesse gemeinsam untersuchen.


Herzlich eingeladen sind alle Studierenden, die sich für Mathematik und ihre Geschichte interessieren – gerne auch Studierende anderer Fächer als der Griechischen Philologie. Angst vor der griechischen Sprache müssen Sie im übrigen nicht haben: Sie werden sehen, daß die griechischen Mathematiker sprachlich (wenn auch nicht immer inhaltlich) sehr leicht sind.


Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, kommen Sie bitte zur Vorbesprechung am 19.10.2010 um 16:15 Uhr (Raum 534). Wir werden dann einen neuen regulären Veranstaltungstermin vereinbaren. Falls Sie verhindert sein oder jetzt schon weitere Fragen haben sollten, melden Sie sich bitte baldmöglichst bei mir!


Überblick über die griechische Mathematik: Th. Heath: A History of Greek Mathematics, 2 Bde., Oxford 1921 (billiger Ndr.: Dover Publications, New York 1981 u. ö.).


Text und französische Übersetzung: G. Aujac, J.-P. Brunet, R. Nadal (Hrsg.): Autolycos de Pitane. La sphère en mouvement. Levers et couchers héliaques, 2. Aufl., Paris 2002.