Umgang mit Bildern – aber wie?

Beim Durcharbeiten der gängigen Lehrbücher Schleswig-Holsteins ist uns aufgefallen, dass ein sicherer Umgang mit Bildern und Abbildungen nicht erfolgt. Zum Teil finden sich Bilder in den Lektionen, die kontextlos sind, auf die nicht in Aufgaben eingegangen wird oder die zu modern sind. Dies ist aus unserer Sicht sehr bedauerlich, weil Bilder und Abbilder der Antike ein hohes Bildungsgut darstellen, welche auch eine große Wichtigkeit haben, um Texte zu deuten oder die Kultur zu verstehen. Wir möchten die Lehrkräfte durch die entwickelte Unterrichtseinheit motivieren, antike Bilder in ihren Unterricht einzubauen und diese nicht nur dekorativ zu nutzen. Durch den erarbeiteten Leitfaden für eine Bildbeschreibung wird den Schüler*innen etwas an die Hand gegeben, was sie auch fachübergreifend nutzen können.

Wir haben uns in der erarbeiteten Unterrichtseinheit, die circa zwei Unterrichtsstunden dauern soll, für Bildbeschreibungen zu den Göttern der klassischen Antike entschieden.  Denn die Götter werden in der Regel in den vorliegenden Lehrbüchern zeitnah mit Abbildungen eingeführt. Jedoch besteht die Aufgabe meist darin, einen kurzen Informationstext zu lesen und der Gottheit einer Abbildung, ggf. auch nach Ausschlussprinzip, zuzuordnen. Eine kognitive Aktivierung liegt aus unserer Sicht in dieser Methode nicht vor.

Unsere Methode der Erarbeitung funktioniert entgegengesetzt. Die Schüler*innen bekommen erst einmal kein Zusatzwissen, sondern nur ein Abbild der Gottheit. Die Lehrkraft ist nur passiv am Unterricht beteiligt. Die Schüler*innen nutzen den Leitfaden, um eine erste Bildbeschreibung durchzuführen. Eine Selbstkontrolle liegt durch eine Checkliste vor. Anhand der erarbeiteten Merkmale suchen sie bei ihren Mitschüler*innen ein Abbild der gleichen Gottheit. In Partnerarbeit kontrollieren und bewerten die Schüler*innen anhand des Leitfadens und der Checkliste gegenseitig die Bildbeschreibung.

Im Folgenden werden durch die beiden vorliegenden Abbildungen und Bildbeschreibungen versucht, nach einem Vergleich die Zuständigkeiten zu deuten. Das Ergebnis wird der Lehrkraft vorgetragen, damit sie in den nächsten Arbeitsschritt gehen können. Eine Korrektur der Ergebnisse durch die Lehrkraft ist aus unserer Sicht nicht notwendig. Korrekturen ergeben sich ggf. selbst durch die darauf folgenden Aufgaben.

Durch eine gemeinsame Bildbeschreibung einer moderneren Abbildung wird die Methode der Bildbeschreibung und diese miteinander zu vergleichen, weiter eingeübt. Die Selbstkontrolle besteht weiterhin. Zum Abschluss erhalten die Schüler*innen einen Informationstext, der sowohl als Selbstkontrolle funktioniert als auch zur Stärkung des Fachwissens. 

Durch den Kurzvortrag, in dem die Schüler*innen die Gottheit vorstellen, wird das Vortragen geschult. Auch hier soll nicht die Lehrkraft, sondern die Schüler*innen den Vortrag bewerten.

Lateinische Grammatik und Übersetzen ist kein Teil dieser Einheit, wodurch jede*r Schüler*in sich im gleichen Maße beteiligen kann.

Die Sicherung erfolgt über die Ausgabe der Tabelle, auf der alle wichtigen Informationen zusammen gefasst sind.

Der Inhalt sollte in der nächsten Klassenarbeit ggf. als Zusatzaufgabe kurz abgeprüft werden.

Als Transferphase kann die Lehrkraft noch die Artemis von Ephesos einführen, um eine kognitive Dissonanz zu erreichen, aber auch den Schüler*innen zu zeigen, dass sie das methodische Wissen haben, um auf eine Gottheit durch eine Bildbeschreibung zu schließen.

 

Kompetenzen: CX, CXI, DI, DII, DIII, DIV, DV.