"Kindergarten und Altersheim". Anmerkungen zu Aischylos, Sieben gegen Theben 10–16 und zur Ephebie in Athen (Rheinisches Museum für Philologie)

Fazit

Ausgehend von den Problemen, die die Verse 10–16 der Sieben gegen Theben in der communis opinio inhaltlich und sprachlich bereiten, wurde eine neue, ausschließlich im Rahmen des überlieferten Textes operierende Deutung dieser Passage vorgeschlagen: Eteokles richtet sich ausschließlich an Epheben und entsendet diese zu den Wehranlagen der Stadt. Diese Deutung fügt sich zum einen stimmig in den Prolog ein und erweist diesen als insgesamt kohärent, zum anderen erlaubt sie in Bezug auf das gesamte Drama ein vertieftes Verständnis der Figur des Eteokles bezüglich seines Charakters und seiner konkreten Handlungen im Rahmen der Verteidigung der Stadt (auch in Bezug auf die Verse 282–286 sowie die ‚sieben Redepaare‘). Davon abgesehen konnten in historischer Perspektive Aufschlüsse über die Frühzeit der sozialen und militärischen Institution der Ephebie in Athen gewonnen werden, wobei sich speziell gezeigt hat, dass sie in zentralen Zügen schon kurz nach den Perserkriegen gerade in der aus dem späten vierten Jahrhundert v.Chr. bezeugten Form bestanden haben dürfte.