Mittel- und Neulatein: Was wir machen

Das Fach Mittel- und Neulateinische Philologie hat als Literaturwissenschaft lateinische Texte aus der Zeit von ca. 500 bis 1800 zum Gegenstand.
Überliefert werden diese Texte in mittelalterlichen Handschriften und frühen Drucken (z. Tl. Inkunabeln, d.h. Drucken bis 1500), zu deren Erschließung die zum Fach gehörenden Spezialdisziplinen Paläographie (Lehre von den historischen Schriften) und Kodikologie (Handschriftenkunde) dienen.
Die lateinische Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit nimmt vielfältig Bezug auf die antike römische Literatur und steht überall in Kontakt mit den zeitgleichen volkssprachigen europäischen Literaturen, so daß ein komparatistischer Ansatz für die Mittel- und Neulateinische Philologie konstitutiv ist.
Dabei gilt ein weitgefaßter Literaturbegriff, unter den gleichermaßen Dichtungen und vormoderne Formen der Belletristik wie auch Texte der Sach- und Wissensliteratur (z.B. Lehrschriften aus dem Spektrum der artes liberales oder Geschichtsquellen) fallen. Hieraus ergeben sich in erwünschter Weise enge fachliche Beziehungen zu anderen Literaturwissenschaften (z.B. Klassischer Philologie, Germanistik, Romanistik) oder zur Philosophiegeschichte und historischen Mediävistik.
Die Kieler Mittel- und Neulateinische Philologie bietet Veranstaltungen an, in denen die Disziplin in ihrer ganzen Breite repräsentiert wird.

Gegenstände des Faches Mittel- und Neulateinische Philologie werden im Bachelor-Studiengang Latinistik sowie im Master-Studiengang Lateinische Literaturen studiert.

Voraussetzungen für das Studium sind Interesse an Sprache und Literatur, die allgemeine Hochschulreife sowie das Große Latinum.

Der Master of Arts bereitet auf eine wissenschaftliche Tätigkeit an Hochschulen, Bibliotheken, Museen und in Forschungsprojekten vor.