Das Proömium

Vorgehen und Ziele:  Bewusst ist die Entscheidung getroffen worden, entgegen der werkeigenen Chronologie das Proömium dem Weltaltermythos voranzustellen. Ziel dessen ist es, dass die Schüler*innen im Anschluss an die Übersetzung des Proömiums die Abstufung der Weltalter (und den Verfall, die Veränderung des Menschen, seiner Stellung und seines Verhaltens) bereits als die erste Verwandlungsgeschichte erkennen. Die Schüler*innen wissen somit die Mythen in ein großes Ganzes einzuordnen und begreifen die Metamorphosen nicht als einen losen Bund einzelner merkwürdiger Verwandlungsgeschichten.

 

Die sehr bekannte Textstelle liefert eine Fülle an inhaltlichen Punkten, die von den Schüler*innen im Anschluss an die Übersetzung erfasst werden müssen. Ovid präsentiert in seinem Proömium das dichterische Programm der Metamorphosen und gibt das Thema der Metamorphosen bekannt: Verwandlungsgeschichten (formas in nova corpora mutatas dicere; von Gestalten zu künden, die in neue Körper verwandelt worden sind). Darüber hinaus nimmt er den für das Epos klassischen Götteranruf vor und charakterisiert die Metamorphosen als carmen perpetuum.

Abschließend sollen die Schüler*innen die darauffolgenden Verwandlungsgeschichten kontextualisieren können, indem sie erkennen, dass die Verwandlungsgeschichten, die auf den Weltaltermythos folgen, erst durch die Veränderung und den Verlust des ‘Gleichgewichtes’ im Weltaltermythos möglich gemacht worden sind.

 

Text zum Proömium